

Fünf künstlerische Positionen treffen hier
in der Pasinger Fabrik aufeinander.
Portmanteau, Dessecker, Haas, Scheck und Mayr.
Sie alle stellen inhaltlich die selbe Frage:
Was ist hier eigentlich echt —
und spielt das überhaupt noch eine Rolle?
Keiner von ihnen behauptet, die Antwort zu kennen.
Stattdessen verschieben die Künstler den Blick,
bis das Vertraute zu kippen beginnt.
Oben oder unten? Echt oder unecht? Bild oder Behauptung.
Der Besucher sieht nur, was in seinem Erfahrungshorizont liegt.
Die Wahrheit, so viel sei verraten, liegt im Auge des Betrachters. Weltbilder entstehen erst in ihrem Kopf.
Was die fünf Künstler dieser Ausstellung verbindet,
ist keine gemeinsame Technik,
sondern eine Haltung —
und ein langer gemeinsamer Weg.
Das sind Portmanteau, das Münchner Duo aus Greulix Schrank und Taison Heiß, von der Süddeutschen Zeitung
„die Tinguelys des Theaters" genannt. Ihre Klangmaschinen behaupten, eine Herde Bergziegen zu sein, sie lassen einen
Vogelschwarm aus Kuchengabeln zwitschern oder simulieren Südsee Idyll. Wer eine Münze einwirft, für den wird gebetet, geatmet oder gesteppt — moderner Ablasshandel, sichtbar gemacht, humorvoll und doppelbödig.
Martin Dessecker thematisiert in seinen Arbeiten Wahrnehmung als offenen, instabilen Prozess. Er setzt dort an, wo Gewissheiten zu kippen beginnen und das vermeintlich Normale fragwürdig wird. Nicht nur als Provokation, sondern auch als
Verschiebung – als Einladung, genauer hinzusehen. In seinen Transparenzen fallen Wirklichkeit und Spiegelung zu einem einzigen Bild zusammen, in dem der Betrachter selbst zum Bildelement wird.
Willi Haas versammelt in Unklare Lage Fotografien von Spiegelungen – in Pfützen, Seen oder Fensterscheiben –
bei denen auf den ersten Blick nicht erkennbar wird, wo oben und unten ist. Dabei richtet sie ihre Kamera auf kuriose Details, die sich im gewohnten Gesamtbild verbergen und macht so sichtbar, was auf den ersten Blick übersehen würde.
Leonhard Scheck, gelernter Astrophysiker, zerlegt Raum und Zeit in einzelne Pixel und setzt daraus ein Bild zusammen,
das so nie existiert hat. Ungewöhnliche Schnitte durch die Raumzeit vereinigt den Tagesablauf, festgehalten durch
unzählige Fotos einer Wolkenkamera, in einem einzigen Bild. Alles an diesen Bildern ist echt, wissenschaftlich korrekt und trotzdem hat diesen Himmel so nie jemand gesehen.
Und Peter Mayr. Der Zeichner, Grafiker, Maler, Drucker, und Installationskünstler vervielfältigt, substituiert, druckt.
Das Bild als Abzug. Als Phantom seines Originals. Er schreddert Geld, produziert Maßkrüge aus Schaumstoff für die
verletzungsfreie Bierzeltschlägerei, und belässt den Betrachter seiner Werke im Zustand der völligen Ungewissheit.

Klanginstallationen und Musikroboter
Portmanteau sind die Münchner Künstler, Musiker und Theatermacher Greulix Schrank und Christian Taison Heiß.
Gemeinsam erschaffen sie audiovisuelle Klanginstallationen, bauen Musikmaschinen und Roboter, produzieren elektroakustische Musik und entwickeln eigene Theaterstücke und Performances.
Ihre Arbeiten waren in Ausstellungen, auf Festivals und Theaterbühnen in ganz Deutschland zu erleben – unter anderem an der Schauburg München, am Residenztheater, den bayerischen Theatertagen, im Valentin Karlstadt Musäum, in der
Kulturbühne Spagat und an vielen anderen Orten. Jedes Projekt verbindet handwerkliches Können mit künstlerischer
Konsequenz: gebaut, komponiert, inszeniert – alles aus einer Hand.
Das Portmanteau-Tonstudio in der Franz-Joseph-Straße 38 in München-Schwabing ist gleichzeitig
Atelier, Aufnahmestudio, Werkstatt und Kreativlabor.

Portmanteau Band

Audio Recording / Production / Mixing Studio

Text, Bühnenbild, Musik, Regie, Schauspiel.

Der Name Portmanteau ist schwer zu schreiben — das wissen wir.
Ob ihr uns als Portmanteu, Portmanteux, Portemonteau, Portmonto,
oder Portmantoe gesucht habt: ihr seid richtig.
